Die PPM Prioritization Method ist ein moderner, kollaborativer Ansatz zur Priorisierung von Features, Anforderungen oder Aufgaben. Sie kombiniert drei Faktoren:
- Business Value (Wie wertvoll ist das Ergebnis?)
- Effort (Wie viel Aufwand wird benötigt?)
- Kapazitäten (Wie viele hoch-priorisierte Items kann das Team tatsächlich umsetzen?)
Die Methode basiert auf einer 2×2‑Matrix aus Value und Effort, erweitert jedoch klassische Modelle wie die „Value/Effort Matrix“ um eine entscheidende Komponente:
Nur begrenzt viele Items dürfen in den High‑Value‑Bereichen liegen.
Dadurch verhindert die PPMPM, dass „alles wichtig ist“ — und zwingt Teams zu klaren Entscheidungen.
Die vier Entscheidungszonen
| Zone | Bedeutung | Empfehlung |
|---|---|---|
| Quick Wins (Do it now) | hoher Wert, geringer Aufwand | sofort umsetzen |
| Big Bets (Do it next) | hoher Wert, hoher Aufwand | einplanen, aber mit Fokus auf Kapazitäten |
| Maybes (Do it if/when there’s time) | geringer Wert, geringer Aufwand | nur erledigen, wenn Zeit übrig bleibt |
| Time Sinks (Don’t do it) | geringer Wert, hoher Aufwand | konsequent verwerfen |
Ablauf der PPMPM in 5 Schritten
1. Vorbereitung
Ein Moderator bereitet das Board vor:
- Kapazität der High‑Value‑Bereiche festlegen
- Grenze zwischen niedrigem und hohem Aufwand definieren
- Items und Teilnehmer‑Avatare bereitstellen
2. Gemeinsame Bewertung der Items
Pro Item wird das Ziel kurz erläutert.
Alle Teilnehmer platzieren ihre Avatare dort, wo sie Wert und Aufwand einschätzen.
3. Alignment
Abweichende Einschätzungen werden diskutiert:
- Warum schätzt jemand das Item anders ein?
- Gibt es fehlende Informationen?
- Anschliessend dürfen Teilnehmer ihre Platzierung korrigieren.
4. Temporäre Priorität & Reihenfolge
Das Item wird in der gewählten Zone relativ eingeordnet — wichtiger oder weniger wichtig als bestehende Items.
5. Kapazitätsgrenzen anwenden
Wenn eine Zone überfüllt ist:
- Das unwichtigste Item wird automatisch in die nächstniedrigere Zone verschoben.
- Die Interpretation von Wert/Effort bleibt, aber die reale Priorität verändert sich durch die Kapazitätslimits.
Ergebnis: Eine klare, nachvollziehbare Priorisierung
Am Ende entsteht eine sortierte Liste:
- To‑Do für die nächste Periode:
Items aus High Value / Low Effort (sicher)
Items aus High Value / High Effort (wenn möglich) - Optional:
Low Value / Low Effort - Nicht umsetzen:
Low Value / High Effort
Vorteile für Teams
- Klare, objektive Priorisierung
- Transparente Entscheidungsfindung
- Fokus auf Wert statt Bauchgefühl
- Jeder Teilnehmer ist beteiligt und versteht die Entscheidungen
- Jederzeit abbrechbar — der Output ist immer sauber sortiert