Stecken Sie oft in endlosen Diskussionen fest? Die 7-HAT Workflow Methode bricht starre Denkmuster auf und hilft, Projekte aus sieben verschiedenen Perspektiven effizient zu steuern – von der ersten Idee bis zur Umsetzung.
Was ist die 7-HAT Methode?
Die 7-HAT Workflow Methode ist eine spezialisierte Erweiterung der bekannten Six Thinking Hats (Sechs Denkhüte) von Edward de Bono. Während das klassische Modell primär auf die Entscheidungsfindung abzielt, ist die 7-HAT Variante als Workflow-Methode konzipiert, die besonders in Bereichen wie Product Management, Requirements Engineering und UX-Design ihre Stärken ausspielt.
Deine Vorteile auf einen Blick:
- Effiziente Workshops: Durch die klare Trennung von Denkweisen werden Diskussionen fokussierter und Zeitfresser minimiert.
- Ganzheitliche Sichtweise: Es werden keine Risiken übersehen, vernachlässigst aber auch nicht die Chancen oder die emotionale Komponente eines Projekts.
- Bessere Team-Dynamik: Da alle Beteiligten gleichzeitig den „gleichen Hut“ aufhaben, wird ein Gegeneinander (Ego-Kämpfe) in ein konstruktives Miteinander verwandelt.
- Praxisorientierung: Die Methode ist direkt auf komplexe Arbeitsumgebungen wie das Projekt- und Business-Management zugeschnitten.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
In einem Workshop schlüpfen alle Teilnehmer nacheinander in die Rollen der sieben „Hüte“.
- Der Weisse Hut (Fakten): Hier geht es rein um Daten, Zahlen und neutrale Informationen. Was wissen wir bereits? Was fehlt uns noch?
- Der Rote Hut (Gefühle): Emotionen, Instinkt und Bauchgefühl haben hier Vorrang – ohne Rechtfertigung. Wie fühlen wir uns bei der Entscheidung?
- Der Schwarze Hut (Kritik): Dies ist der Hut des „Advocatus Diaboli“. Wo liegen die Risiken, Schwachstellen und potenziellen Probleme?
- Der Gelbe Hut (Optimismus): Hier suchen wir nach dem Best-Case-Szenario. Was sind die Vorteile? Warum wird das Projekt funktionieren?
- Der Grüne Hut (Kreativität): Zeit für neue Ideen, Alternativen und Provokationen. Wie können wir das Problem völlig neu denken?
- Der Blaue Hut (Organisation): Dieser Hut moderiert den Prozess. Er legt fest, welcher Hut als Nächstes dran ist und fasst die Ergebnisse zusammen.
- Der 7. Hut – Der Workflow-/Praxis-Hut (Umsetzung): In der spezifischen 7-HAT Erweiterung (oft als violetter oder königsblauer Hut dargestellt) liegt der Fokus auf der Implementierung. Hier wird gefragt: Wie bringen wir das in den bestehenden Workflow? Wer übernimmt welche Aufgabe im Requirements Engineering oder UX-Prozess
Tipps aus der Praxis
- Zeitlimits setzen: Nicht zu viel Zeit unter einem Hut verbringen. Oft reichen 5–10 Minuten pro Perspektive, um den Fluss beizubehalten.
- Disziplin einfordern: Wenn jemand während der „gelben Phase“ (Optimismus) Kritik äussert, muss der Moderator (Blauer Hut) ihn freundlich darauf hinweisen, dass dies erst wieder unter dem schwarzen Hut erlaubt ist.
- Visuelle Unterstützung: Sketchnotes oder farbige Karten helfen, um für alle sichtbar zu machen, welcher „Hut“ gerade getragen wird.
Fazit
Die 7-HAT Workflow Methode ist mehr als nur ein Workshop-Tool; sie ist ein strategisches Instrument für modernes Management. Sie stellt sicher, dass Anforderungen präzise erfasst und Projekte mit einer 360-Grad-Sicht erfolgreich umgesetzt werden.